Kirche Förtha
Gerstungen, TH
History
Die evangelische Förthaer Kirche ist die Dorfkirche im Mittelpunkt von Förtha im thüringischen Wartburgkreis. Dieses älteste noch erhaltene Bauwerk des Ortes wurde um 1413 errichtet. Das als Wehrkirche oder Kirchenburg errichtete Gebäude umgab wahrscheinlich ursprünglich eine hohe Wehrmauer. Der Eingang zum Turm war vermutlich in fünf bis sieben Metern Höhe und nur durch eine hochzuziehende Leiter erreichbar. So diente die Kirche den Bürgern nicht nur als Gottesdienststätte, sondern auch als Zufluchtsstätte gegen umherziehende Räuber und Soldaten. Über dem erdgeschossigen Chor des Turms waren weitere Stockwerke eingebaut, in denen sich die geflohenen Bürger aufhalten konnten, wo aber auch noch Platz für notwendige Nahrungsvorräte war. Schmale Fenster, die auch heute noch zu sehen sind, dienten als Schießscharten und schützten die Insassen des Turms gegen die feindlichen Pfeile. Den Belastungen während des Dreißigjährigen Kriegs war der Turm indes nicht gewachsen: Im Oktober 1634 fielen plündernde kroatische Horden über das Dorf her. Die Förthaer flohen in die nahen und dichten Wälder und mussten zusehen, wie die Soldateska ihre Kirche brandschatzten. Nach dem Krieg baute man die Kirche wieder auf. Wie aus einer Inschrift in einem Tragebalken des Kirchenschiffs zu entnehmen ist, wurde sie 1674 wieder errichtet. Die Inschrift lautet „16HM74“.
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